Magazin · Praxisarbeit
Rezeption und Telefon in der Zahnarztpraxis – der Empfang als ZFA

Inhalt
Halb acht, die Praxis öffnet. Auf dem Anrufbeantworter warten sechs Nachrichten, zwei Patient:innen stehen schon am Tresen, und für 8 Uhr hat sich eine Schmerzpatientin angekündigt. Die Rezeption ist der Ort, an dem der Tag einer Zahnarztpraxis zusammenläuft. Wer dort arbeitet, sorgt dafür, dass die Behandlungszimmer im Takt bleiben.
Viele ZFA arbeiten im Wechsel am Empfang und in der Assistenz, manche fest an der Rezeption. Dieser Artikel zeigt, was die Arbeit dort ausmacht, und gibt Dir Ideen für die Momente, in denen alles gleichzeitig passiert.
Die Aufgaben am Empfang
Am Empfang laufen viele Fäden zusammen:
- Anmeldung: Patient:innen begrüßen, bei gesetzlich Versicherten die elektronische Gesundheitskarte einlesen, Stammdaten und den Anamnesebogen aktuell halten.
- Termine: Behandlungen nach Dauer und Zimmer planen, Recall-Termine vergeben, Absagen nachbesetzen.
- Telefon und Post: Anrufe annehmen, Rückrufe organisieren, E-Mails und Anfragen über die Website bearbeiten.
- Unterlagen: Bonusheft eintragen, Überweisungen und Befunde zuordnen, Rechnungen und Zahlungen am Tresen abwickeln.
- Weiterleitung: Fragen zu Kosten oder Plänen an die zuständige Person in der Abrechnung oder an das zahnärztliche Team weitergeben.
Das Bonusheft ist für viele Patient:innen wichtig. Regelmäßig dokumentierte Vorsorgeuntersuchungen erhöhen später den Festzuschuss der Krankenkasse zum Zahnersatz (§ 55 SGB V). Ein vergessener Eintrag kann für sie bares Geld bedeuten.
Terminplanung mit Puffer
Ein gut geplanter Kalender ist die halbe Arbeit. Hilfreich sind feste Zeitfenster für Schmerzpatient:innen, damit akute Fälle nicht den ganzen Tag verschieben. Plane bei längeren Behandlungen wie chirurgischen Eingriffen, Wurzelbehandlungen oder Prothetik ausreichend Zeit ein und sprich Dich mit der Assistenz ab, was das Zimmer davor und danach braucht.
Absagen kommen oft kurzfristig. Eine Liste mit Patient:innen, die gern früher kommen würden, hilft, Lücken zu füllen. Erinnerungen per SMS oder E-Mail kann die Praxis nutzen, wenn die Einwilligung der Patient:innen dafür vorliegt.
Am Telefon
Das Telefon klingelt oft dann, wenn am Tresen jemand wartet. Eine feste Reihenfolge hilft: Wer vor Dir steht, bekommt zuerst einen kurzen Blick und ein „Einen Moment bitte“, dann nimmst Du das Gespräch an.
Eine ruhige, kurze Begrüßung mit Praxisname und Deinem Namen gibt dem Gespräch Struktur. Notiere bei Rückrufwünschen Name, Telefonnummer, Anliegen und die beste Uhrzeit. So kann auch eine Kollegin zurückrufen, ohne noch einmal von vorn zu fragen.
Schmerzpatient:innen
Bei Anrufen wegen Schmerzen, Schwellungen, Unfällen oder Nachblutungen gilt das Vorgehen, das die Praxis festgelegt hat. Viele Praxen arbeiten mit einer kurzen Liste von Fragen: Seit wann? Wo genau? Gibt es eine Schwellung oder Fieber? Gab es einen Unfall? Damit kannst Du einordnen, wie dringend ein Termin ist, und die Zahnärztin oder den Zahnarzt bei Bedarf sofort einbeziehen.
Medizinische Ratschläge am Telefon gibst Du nur im Rahmen dieser Vorgaben. Was Patient:innen einnehmen sollen oder ob etwas warten kann, entscheidet das zahnärztliche Team. Ist die Praxis geschlossen, gehört der Hinweis auf den zahnärztlichen Notdienst auf den Anrufbeantworter und die Website.
Schwierige Gespräche
Ärger über Wartezeiten, eine unerwartete Rechnung oder ein verschobener Termin landen meist zuerst bei Dir. Hilfreich ist es, den Ärger anzuerkennen, ohne Dich zu rechtfertigen: „Ich verstehe, dass die Wartezeit heute ärgerlich ist. Ich frage nach, wie lange es noch dauert.“ Fragen zur Rechnung leitest Du an die Kollegin weiter, die die Abrechnung betreut, oder vereinbarst einen Rückruf.
Viele Menschen haben Angst vor der Zahnbehandlung. Am Empfang merkst Du das oft zuerst. Ein ruhiger Ton, ein Hinweis an das Behandlungsteam und, wenn möglich, eine kurze Wartezeit helfen schon viel.
Datenschutz und Schweigepflicht am Tresen
An der Rezeption hören oft mehr Menschen mit, als man denkt. Als ZFA unterliegst Du der Schweigepflicht (§ 203 StGB), und Gesundheitsdaten sind nach der Datenschutz-Grundverordnung besonders geschützt (Art. 9 DSGVO). Im Alltag heißt das zum Beispiel:
- Behandlungen, Befunde oder offene Rechnungen nicht laut am Tresen besprechen, wenn andere zuhören können.
- Bildschirme so stellen, dass Wartende sie nicht einsehen können, und beim Verlassen sperren.
- Am Telefon keine Auskünfte geben, wenn Du nicht sicher bist, mit wem Du sprichst. Bei Angehörigen gilt: nur mit Einverständnis der Patientin oder des Patienten.
- Unterlagen mit Namen nicht offen auf dem Tresen liegen lassen.
Wie die Praxis das konkret organisiert, steht in der Regel im Datenschutzkonzept oder im QM-Handbuch. Frag bei der Einarbeitung danach.
Was Dir die Arbeit erleichtert
Feste Übergaben
Am Ende der Schicht oder vor der Mittagspause gibst Du offene Rückrufe und Besonderheiten weiter, am besten schriftlich in der Praxissoftware.
Vorlagen
Für häufige Fragen, etwa zu Öffnungszeiten, Parkmöglichkeiten oder zum Ablauf einer professionellen Zahnreinigung, helfen kurze, abgestimmte Antworten. So erhalten alle Patient:innen dieselbe Information.
Kurze Pausen
Wer den ganzen Vormittag spricht und lächelt, braucht zwischendurch zwei Minuten Ruhe. Sprich mit dem Team ab, wer Dich am Tresen ablöst.
Mehr dazu, wie Übergaben und Absprachen im Team gelingen, liest Du im Artikel über Teamarbeit in der Zahnarztpraxis.
Rezeption als Schwerpunkt
Wenn Dir die Arbeit am Empfang liegt, kannst Du sie zum Schwerpunkt machen. Organisation, Kommunikation und Abrechnung lassen sich mit einer Aufstiegsfortbildung zur ZMV vertiefen. Später ist auch der Weg ins Praxismanagement möglich. Wer eine Stelle mit festem Empfangsschwerpunkt sucht, findet sie in den Anzeigen oft unter Begriffen wie „Rezeption“ oder „Empfang“.
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Artikel von
Redaktion ZFA mal anders
Redaktionelles Team von ZFA mal anders. Wir bereiten Fachwissen für ZFA und Auszubildende in der Zahnarztpraxis auf. Die verwendeten Fachquellen wie Gesetze, Richtlinien, KZBV- und Kammerunterlagen sind im jeweiligen Artikel genannt.