ZFA-Ausbildung

Praktische ZFA-Prüfung: Ablauf, Bewertung und Vorbereitung

In Teil 2 der Abschlussprüfung begleitest Du einen Behandlungsfall praktisch und sprichst danach mit dem Prüfungsausschuss darüber. So ist der Prüfungsbereich laut Verordnung aufgebaut, so wird bewertet und so kannst Du üben.
Stand: Oktober 2026Grundlage: § 13 ZahnmedAusbV
Inhalt

Die praktische Prüfung heißt in der Verordnung „Assistieren bei und Dokumentieren von zahnärztlichen Maßnahmen“. Sie findet in Teil 2 der gestreckten Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung statt und zählt 30 Prozent. Prüfungsort, genaue Zeit und Organisation bestimmt Deine Zahnärztekammer.

Was geprüft wird

§ 13 ZahnmedAusbV listet zehn Anforderungen. Zusammengefasst zeigst Du, dass Du

  • Arbeitsabläufe für Diagnostik und Therapie planst und dabei Entstehung, Verlauf und Symptome der Erkrankung berücksichtigst,
  • Instrumente, Geräte und Materialien begründet auswählst,
  • Untersuchungen und Behandlungen vorbereitest und assistierst,
  • mit der Patientin oder dem Patienten passend zur Situation kommunizierst,
  • bildgebende Verfahren nach Anweisung und mit Strahlenschutz durchführst und dokumentierst,
  • Behandlungen nachbereitest, bewertest und rechtlich korrekt dokumentierst,
  • die Anwendung von Arzneimitteln und Materialien erklären kannst,
  • Qualitätssicherung, Patientensicherheit und Datenschutz beachtest,
  • fachliche Hintergründe kennst und Dein Vorgehen begründest.

Ablauf in drei Schritten

Ablauf der praktischen Prüfung
Schritt und DauerWas passiert
Vorbereitung15 Min.Du liest Handlungssituation und Aufgabe und planst Dein Vorgehen. Die Zeit zählt nicht zur Prüfungszeit.
Arbeitsaufgabe30 Min.Du führst die Aufgabe praktisch durch und dokumentierst sie mit praxisüblichen Unterlagen.
Fachgesprächhöchstens 30 Min.Du besprichst mit dem Prüfungsausschuss Deine Aufgabe, Dein Vorgehen und mögliche Alternativen.

Laut der Zahnärztekammer Nordrhein bekommst Du zu Beginn der Vorbereitungszeit die Handlungssituation, die Aufgabenstellung und bei Bedarf zusätzliche Informationen, etwa Patientendaten. Die Aufgabe beschreibt typischerweise einen ganzen Behandlungsfall: vom Empfang über Anamnese, Vorbereitung und Assistenz bis zur Verabschiedung, einschließlich der Verwaltungsarbeit.

So wird bewertet

Bewertet werden Dein Vorgehen bei der Arbeitsaufgabe und das Ergebnis. Bei der ZFA zählen ausdrücklich auch die Befund- und Behandlungsdokumentationen zur Aufgabe. Das Fachgespräch hat laut BIBB keine eigene Gewichtung. Es fließt in die Bewertung der Aufgabe ein und zeigt, ob Du Deine Schritte begründen kannst.

Zwei Regeln solltest Du kennen:

  • In Teil 2 musst Du in mindestens zwei von drei Bereichen mindestens „ausreichend“ erreichen, und kein Bereich darf „ungenügend“ sein (§ 16 ZahnmedAusbV).
  • Eine mündliche Ergänzungsprüfung gibt es für diesen Bereich nicht (§ 17).

Wie die Punkte innerhalb der Aufgabe verteilt werden, legt der Prüfungsausschuss fest. Im Beispiel der Kammer Nordrhein sind einzelne Handlungsschritte getrennt gewichtet, etwa Patientenaufnahme, Behandlungsvorbereitung, Assistenz und Röntgen.

Beispiel einer Prüfungsaufgabe

Das folgende Beispiel ist sinngemäß nach einer Präsentation der Zahnärztekammer Nordrhein und des KMK-Rahmenlehrplanausschusses (BIBB-Infoveranstaltung 2023) zusammengefasst. Es ist ein Muster, keine Aufgabe Deiner Kammer.

Sinngemäß nach dem Beispiel der ZÄK Nordrhein: Eine neue Patientin kommt mit Temperaturempfindlichkeit an mehreren Zähnen in die Praxis. Die letzten Röntgenbilder sind älter als sechs Jahre. Du sollst sie aufnehmen, Röntgenaufnahmen zur Kariesdiagnostik vorbereiten, eine Füllungstherapie mit Anästhesie vorbereiten und assistieren. Nach der Anästhesie kollabiert die Patientin kurz, ist aber sofort wieder ansprechbar. Danach fragt sie, wie sie Karies künftig vermeiden kann.

Daraus ergeben sich mehrere Prüfungsschritte:

  1. Neupatientin aufnehmen, Karte anlegen, Anamnese dokumentieren.
  2. Behandlungsplatz und Patientin für die Untersuchung vorbereiten.
  3. Diktierten Befund aufnehmen und dokumentieren.
  4. Röntgenaufnahme nach Anweisung vorbereiten und demonstrieren.
  5. Instrumente und Material für die Füllung bereitstellen, assistieren.
  6. Auf den Kreislaufzwischenfall reagieren.
  7. Zu Mundhygiene und Kariesvorbeugung beraten, Verwaltung abschließen.

Im Beispiel übernimmt eine Person die Rolle der Patientin, ein Mitglied des Prüfungsausschusses spielt den Zahnarzt und diktiert Befunde.

Röntgen in der praktischen Prüfung

Bildgebende Verfahren gehören zu den Anforderungen. Im Kammerbeispiel wird eine Bissflügelaufnahme an der Rollendarstellerin oder an einem Phantomkopf nur demonstriert, nicht ausgelöst. Gefragt werden kann auch nach Fehlerquellen, etwa warum ein Bild zu dunkel ist.

Wichtig: Die praktische Prüfung stellt nicht fest, ob Du die Kenntnisse im Strahlenschutz nach Strahlenschutzverordnung erworben hast. Laut der Kammerpräsentation geschieht das in der Regel in einer eigenständigen Prüfung nach Landesrecht. Das BIBB bestätigt: Ob zusätzlich zur Abschlussprüfung eine weitere Prüfung nötig ist, ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Frag Deine Kammer, wie es bei Dir läuft.

Das Fachgespräch

Das auftragsbezogene Fachgespräch bezieht sich nur auf die Aufgabe, die Du gerade gelöst hast. Das BIBB beschreibt es als Gespräch unter Fachleuten, nicht als Abfrage von Lehrbuchwissen. Typische Fragen drehen sich um drei Punkte:

  • zur Planung, etwa: Warum bist Du in dieser Reihenfolge vorgegangen? Welche Informationen hast Du genutzt?
  • zur Durchführung, etwa: Warum diese Instrumente und Materialien? Welche Alternativen gibt es? Welche Hygiene- und Schutzvorschriften hast Du beachtet?
  • zur Kontrolle, etwa: Woran erkennst Du, dass Dein Ergebnis stimmt? Was würdest Du heute anders machen?

Ist Dir in der Aufgabe ein Fehler passiert, ist das Fachgespräch Deine Chance. Laut BIBB sollen Prüfende Dir ermöglichen, Ausführungen zu überdenken und Alternativen vorzuschlagen. Benenne einen erkannten Fehler selbst und sag, wie Du ihn korrigieren würdest.

Vorbereitung: so übst Du

Für das Fachwissen hinter der Aufgabe, etwa Röntgen, Aufklärung und Dokumentation, gibt es Übungsaufgaben zu Assistenz und Dokumentation. Den Lernplan für die ganze Prüfung findest Du in der Prüfungsvorbereitung.

  1. Ganze Fälle durchspielen. Übe mit Kolleginnen oder Kollegen einen Behandlungsfall vom Empfang bis zur Verabschiedung, eine Person spielt die Patientin oder den Patienten.
  2. Mit Uhr üben. 15 Minuten planen, 30 Minuten durchführen. So merkst Du, wo Du Zeit verlierst.
  3. Dokumentation mitüben. Karteikarte bzw. Patientenakte, Befund, Anamnese und Leistungserfassung gehören zur Bewertung.
  4. Laut erklären. Sag bei jedem Schritt, warum Du ihn machst. Das trainiert genau das, was im Fachgespräch gefragt wird.
  5. Typische Fälle abdecken. Füllung, Endodontie, Chirurgie, Parodontologie, Prophylaxe, Prothetik, Notfall und Röntgen sind Teil von Ausbildungsrahmenplan und Lernfeldern.
  6. Organisatorisches bei der Kammer klären. Wo die Prüfung stattfindet, was Du mitbringen sollst und wie die Praxisräume ausgestattet sind, steht in den Unterlagen Deiner Kammer.

Quellen

Praktische Prüfung

Häufige Fragen

Kurz beantwortet. Verbindlich sind die Prüfungs- und Ausbildungsregeln Deiner Zahnärztekammer.

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